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> Maren Brett
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Hallo, Ihr Lieben,

die Zeit hier vergeht wie im Fluge, bin nun tatsächlich schon vier Wochen in Brasilien. Ich erlebe so viel, lerne täglich neue Leute kennen, bei denen man sich einfach wohlfühlen muss.

Die Menschen hier sind so was von warm, offen und herzlich, es spielt keine Rolle - ob Du ihre Sprache sprichst oder nicht. Hier spricht man nicht nur portugiesisch. (Bin froh - das holpert nämlich recht langsam bei mir vorwärts). Sondern auch eine Sprache, die man auch ohne viele Worte versteht - was ich meine ist die Sprache des Herzens, der Augen und der Hände, die man auch ohne Wörter versteht und hier sehr schnell lernt. Und das macht so viel aus; ich fühle mich wie in einer riesigen Familie...

Doch heute gibt’s erst mal kurze und knackige Infos darüber, was ich hier so tue. Im letzten Brief berichtete ich kurz von der Obdachlosenarbeit. Heute lasse ich euch einen kleinen Blick in einige der vielen weiteren Arbeitsbereiche werfen, von denen einer sich mit Transvestiten beschäftigt. Und so war ich vom 26. bis 28. April mit auf einem Camp für Transvestiten und ihren Freunden. Insgesamt hatten wir acht Teilnehmer, wir waren in Jacarei, 1 1/2 Stunden von São Paulo. Alles grün. Zwei der Transvestiten, Juri und Clessio, vertrauten in diesen Tagen ihr Leben mitsamt ihrer wüsten Vergangenheit Gottes Händen an und werden nun lernen, von Grund auf ein Leben als Männer im Alltag einzuüben, so wie Gott es für sie vorgesehen hat. Roberto erlebte eine Lebenswende von 180¡ und ist mittlerweile schon In Juquitiba im Reha-Haus der CENA untergebracht.

Das alles und noch viel mehr passierte an meinem Geburtstag, es war kein Geburtstag wie jeder andere: es gab keine Geschenke oder gar Kuchen. Und doch hätte ich mir nichts besseres wünschen können, als zu Beginn eines neuen Lebensjahres gleich noch drei Geschwister zu kriegen, die am selben Tag ihr Leben neu beginnen. Bin gespannt was unser Herr in diesem Jahr für mich noch alles bereit hält, wenn der Anfang schon so ist...

Ja, sonst arbeite ich hier in der CENA gemeinsam mit den Missionaren. Da ich rein von meinem Job her (bin Kinderkrankenschwester) schon mehr auf die Kinder und Jugendlichen fixiert bin, nimmt auch hier die Arbeit mit ihnen einen Großteil meiner Zeit in Anspruch. Clessios, ein Missionar der CENA, und ich ziehen täglich durch die Straßen und halten Ausschau nach den Straßenkindern. Manchmal mit heißem Tee/Kaba/Saft oder Butterbrötchen/Popcorn.

Seit heute haben wir auch eine Kiste mit Verbandsmaterial dabei. Die Kinder haben zum Teil echt wüste Wunden, um die sich niemand kümmert. Und ich bin froh so meinen Teil beitragen zu können, und wenn’s nur ein neuer Verband ist, den ich mache. Meist sind wir aber einfach nur so unterwegs, sie immer wieder sehen, ihr Vertrauen gewinnen, und zeigen - sie sind uns nicht egal. (Heute meinte Chriss: „Was, Du setzt Dich zu mir auf die Straße?!“). Es ist etwas, dass die Kinder nicht kennen, jemand der nicht nur einmal, sondern immer wieder kommt, trotz dem viele von ihnen Crack rauchen oder Klebstoff schnüffeln. Man kann sich dann nicht mit ihnen unterhalten, wenn sie unter Drogen stehen oder kurz vorher geschnüffelt haben, und wenn man es tut, wissen sie am nächsten Tag nichts mehr davon. Aber sie respektieren uns. (Neulich sahen wir Rafael wieder, der uns bereits kennt. Als wir kamen, meinte er: „Bitte kommt später wieder, ich rauche gerade Crack und will nicht, dass ihr das abkriegt“). Und ihr Leben dreht sich dann nur noch darum - wie sie am besten an das Geld kommen dafür. Nein, leicht ist es gewiss nicht immer. Zu sehen, dass die Kinder manchmal wie kleine Tiere hausen und durch die Straßen huschen, ohne Raum, Ziel und Zeitgefühl. Und sich ihr Leben oft nur darum dreht, wie sie das Geld für Drogen bekommen.

Wie gut ist es aber, ihnen sagen zu können: „JESUS ama voce e’eu tambem!“ - Jesus liebt Dich und ich auch. Liebe ist ein Geschenk, es kostet einen oft nur ein Lächeln und ist doch soviel wert. Es ist das einzige, was diese Kinder verändern kann.

 

Marens Ankunft am
Flughafen São Paulos

 




Hinweis:
Teile des Textes und des verwendeten Bildmaterials wurden freundlicherweise von der Lebensbrücke e.V./CENA zur Verfügung gestellt. Mehr Infos zum Thema Lebensbrücke e.V./CENA gibt es unter dem Menüpunkt informationen/info lebensbrücke/cena.